Essen (ots) – Vor der von ihm angezettelten Sozialstaatsdebatte
kann Guido Westerwelle in Südamerika in Deckung gehen. Vor sich
selbst nicht. Stil und Wortwahl, die der Außenminister wählt, wenn er
den Bundesaußenwirtschaftsminister mimt, ähneln unangenehm seinen
Hartz-IV-Parolen. Es fehlt die Substanz, das Zuendegedachte.
Westerwelle tut so, als hätten seine Vorgänger im Amte die
Beförderung deutscher Wirtschaftsinteressen im Ausland mit spitzen
Fingern betrieben. Was nicht stimmt. Richtig ist allenfalls, dass zu
Zeiten Fischers oder Steinmeiers die Schwerpunkte der Regierung
andernorts lagen und nicht in Südamerika. Westerwelle muss aufpassen,
wenn er sich als personifziertes “Job-Center” für die neue Märkte
suchende deutsche Wirtschaft anpreist. Mit jedem Versprechen wächst
der Druck, es beizeiten einzulösen.
Bislang hatte der Vizekanzler nicht mehr gemacht als die vor ihm. Er
ist mit Managern in die Fremde gejettet, hat brav die Gastgeber über
den grünen Klee gelobt. Mit einem Unterschied: Selbst Klaus Kinkel,
der dröge FDP-Mann aus Schwaben, brachte es nicht fertig, dass die
Bundesbürger ihn dabei als Außenminister so schlecht fanden wie Guido
Westerwelle.
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