WAZ: Wenn Platz drei täuscht. Kommentar von Klaus Wille



Essen (ots) – Soviel erkennt sogar die Konkurrenz an: Der FC
Schalke 04 spielt eine außergewöhnliche Hinrunde. Und das, auch da
ist sich die Liga einig, liegt an Felix Magath. Bisher sieht es so
aus, als könne Magath anfassen was er will – es gelingt. Der Verein,
der wegen seiner Emotionen in den Vorjahren als nicht in den Griff zu
bekommen galt, folgt ihm aufs Wort.
Allerdings ist Felix Magath klug genug, sich nicht blenden zu
lassen: Schalkes dritter Platz hat auch mit dem Niveau an der Spitze
der Liga zu tun, er basiert auf Moral und Disziplin, nicht auf
spielerischem Können. Und täuscht deshalb ein Leistungsvermögen vor,
das die Elf noch nicht hat. Ein Beispiel sind Schalkes Junge, die
Magath eingebaut hat: Mit ihnen läuft es, weil das Kollektiv
funktioniert. Nicht etwa, weil überragende Talente dabei wären.
Das muss aber auch keinen Schalker bedrücken. Felix Magath ist mit
seiner Elf nicht so weit, wie Platz drei Glauben macht. Aber er ist
weiter, als selbst Optimisten erwartet hätten.

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Westdeutsche Allgemeine Zeitung
Zentralredaktion
Telefon: 0201 / 804-6528
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