Essen (ots) – Amerikaner bewundern Deutschlands reibungslose
Stromversorgung. Zwischen Rainwood Forrest und New York Island bringt
jeder zweite Hurrikan den Blackout. Engländer lieben den ICE. Wo auf
der Insel des Lokomotiv-Erfinders Stephenson könnten sie mit Tempo
300 bahnreisen? Niederländer mögen die glatte Fahrt auf deutschen
Autobahnen. Zuhause hindert sie das Tempolimit.
Deutschlands Verkehrs- und Versorgungsadern sind weltweit
bewunderte Vorbilder. Noch, heißt die brutale Einschränkung. Denn wir
lassen sie verrotten. Wir sind dabei, unsere globale Führungsrolle
auf dem Feld urbaner Zivilisationstechniken mit der Abrissbirne zu
demontieren. In Sachen Bildung ist das dem Land Humboldts schon lange
gelungen, hat Pisa gezeigt.
Dieser Staat ist beim Verteilen seiner finanziellen Ressourcen in
ein verhängnisvolles Ungleichgewicht geraten. Städte steckten vor 50
Jahren die Hälfte ihrer Etats in Sachinvestitionen. Heute? Unter 20
Prozent. 2010 steigen die Sozialausgaben des Bundes um 15 Prozent
auf 146 Milliarden Euro. Für Bau, Verkehr, Stadtentwicklung hat er
gerade 27 Milliarden übrig.
Zu viel geht in den Konsum, zu wenig in die Zukunftssicherung. Der
Zustand unserer Straßen und Brücken ist ein Warnsignal. Eines von
vielen.
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