Essen (ots) – Die Bundesregierung steckt in der selbstgemachten
Zwickmühle. Einerseits hat sie ohne Not das Kampfziel von einer
Million vorgeblich umweltfreundlicher Elektroautos bis 2020
ausgegeben - heute sind es keine 2000. Andererseits könnte bei einer
frühen Förderung der ersten Batterieautos ein Großteil der Subvention
wie bei der Abwrackprämie an der deutschen Automobilindustrie
vorbeifließen. Denn die Franzosen im Verbund mit den japanischen
Marken, die nicht auf den Hybrid gesetzt haben, werden eher Autos mit
Kabelanschluss anbieten können.
Ohne nennenswerte Kaufanreize bleiben Elektroautos für den
Privatkunden ein viel zu teures Vergnügen, selbst wenn ihnen die
großen Energieversorger den Fahrstrom schenken. Nach der reinen
Markt-Lehre könnte man die deutsche Automobilindustrie mit dem
Kostendilemma alleine lassen. Dann trägt die Volkswirtschaft das
Risiko, dass ihr wichtigster Industriezweig bei der möglicherweise
entscheidenden Zukunftstechnologie für Mobilität abgehängt
wird.</p><p>Das kann niemand wollen. Schon gar nicht ein CSU-Minister
aus der Heimat der bayerischen Motorenwerke.
Pressekontakt:
Westdeutsche Allgemeine Zeitung
Zentralredaktion
Telefon: 0201 / 804-6528
zentralredaktion@waz.de
No Comments on "WAZ: Vom Fordern und Fördern. Kommentar von Gerd Heidecke"