Essen (ots) – Wir Deutschen mögen Weltmeister im Mülltrennen sein,
doch so richtig lieb gewonnen haben wir das Potpourri an bunten
Tonnen nie. Das liegt wohl auch an dem IQ-Test, den wir täglich
absolvieren müssen: Was kommt denn nun in unsere gelben, grünen,
braunen oder blauen Behälter? Nur ein kleines Beispiel aus der
wunderlichen Welt der Getränkeverpackungen. Kunststoffflaschen kommen
in die Gelbe Tonne – allerdings nur dann, wenn sie kein Pfandsiegel
tragen. Pfandfreie Flaschen aus Glas kommen in den Glascontainer. Die
Deckel aber bleiben draußen, denn sie gehören in die Gelbe Tonne.
Alles klar?
Müll zu trennen, ist grundsätzlich richtig. Ökonomisch wie
ökologisch ist es eine Sünde, Rohstoffe zu verbrennen, statt sie
wieder zu verwerten. Auf das Industrieland Deutschland, das arm an
Ressourcen ist, trifft das besonders zu. Dennoch wandern immer noch
viele Wertstoffe in die Müllöfen. Wer weiß schon, dass die Gelbe
Tonne nur vier Prozent unseres Gesamtmülls fasst, der weitaus größere
Teil wiederverwertbarer Stoffe aber in der grünen Restmülltonne
entsorgt wird?
Eine Tonne für alles – vorerst wird sie ein Wunschtraum bleiben.
Denn trotz aller Pilotprojekte warten wir immer noch auf die
Super-Müllsortieranlage, die für uns das Wertvolle vom Nutzlosen
trennt. Wenn es bis dahin mit weniger Müllbehältern geht – gerne!
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