Essen (ots) – Hochtechnisierte Zivilisationen neigen zu
Überreglementierung und technokratischem Aberwitz. Die Posse um die
Modernisierung des schwarz-rot-goldenen Schilderwaldes passt dazu.
Statt ihn, wie nicht nur der ADAC seit langem fordert, endlich
tüchtig zu roden zwecks größerer Übersichtlichkeit, wurde er noch um
etliche neue “Pflänzchen” ergänzt.
Mal ehrlich: Ob die Pfeile eines Halteverbotsschilds nun oben und
unten oder als Doppelpfeil angeordnet sind, ob auf dem
Durchfahrt-verboten-Schild alte oder neue Motorräder abgebildet
werden, ob ein Mann mit Hut oder ein Neutrum den Zebrastreifen
überquert - für Otto Normalverkehrsteilnehmer ist das Jacke wie
Hose.
In Deutschland gibt es 20 Millionen Schilder und 600 verschiedene
Verkehrszeichen. Im Schnitt alle 28 Meter eins. Schlaglöcher gibt es
nach diesem Winter auf vielen Straßen – gefühlt - alle zwei Meter.
Was Vorrang haben muss, dürfte damit klar sein.
Gut, dass Minister Ramsauer die “Schilderwaldnovelle” seines
Vorgängers gestoppt hat: Blech-Oldies dürfen länger leben. Hurra!
Manchmal wundert man sich wirklich, was ungestraft in den Tiefen so
mancher Ministerien ausgeheckt werden darf.
Pressekontakt:
Westdeutsche Allgemeine Zeitung
Zentralredaktion
Telefon: 0201 / 804-6528
zentralredaktion@waz.de
No Comments on "WAZ: Technokratischer Aberwitz. Kommentar von Dirk Hautkapp"