WAZ: Sorgen und Chancen – Kommentar von Stefan Schulte



Essen (ots) – Mit dem Verkauf der Nirosta geht eine Ära deutscher Industriegeschichte zu Ende. Doch für Nostalgie werden die Edelstahlkocher derzeit wenig übrig haben. Sie mussten sich um ihre Arbeitsplätze nie wirklich sorgen. Vier Jahre Sicherheit sind für sie deshalb kein Gewinn. Doch mit etwas Abstand betrachtet muss man die Einigung als einen Kompromiss sehen, mit dem alle leben können. Fürs erste. Denn natürlich kann niemand den Nirosta-Beschäftigten die Sorge nehmen, was nach 2016 passiert. Es ist nicht nur die Sorge um die Schmelzöfen. Die Vorstellung, dass nach deren Schließung Rohstahl durch ganz Europa nach Krefeld transportiert wird, muss sich erst noch setzen. Die Perspektiven für den neuen Weltmarktführer sind besser als vor dem Geschäft. Outokumpu/Inoxum hat alle Chancen, künftig schwarze Zahlen zu schreiben – und damit seinen europäischen Konkurrenten etwas voraus. Davon können auch die Nirosta-Beschäftigten profitieren. Wenn Outokumpu ihre Fähigkeiten schätzen lernt. Und Thyssen-Krupp erhält mit dem Geld neuen Spielraum, seinen Konzern zukunftsfest zu machen.

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