Essen (ots) – Nicht jede Statistik erklärt sich von selbst. Die
Landkarte der Selbstmorde, die vom Leibniz-Institut für Länderkunde
erstellt wurde, wirft viele Fragen auf. Warum sich etwa im Allgäu
viel mehr Menschen das Leben nehmen als in Essen oder Dortmund –
darauf gibt es keine schlüssige Antwort.
Es werden allerdings einige Ansätze angeboten, mit denen wir uns
den auf den ersten Blick rätselhaften Zahlen vielleicht ein wenig
nähern können. Gesicherte Erkenntnis, keinesfalls neu und dennoch von
zentraler Bedeutung: Der Zerfall vertrauter Strukturen kann Menschen
an den Abgrund treiben. Wer seinen Arbeitsplatz verliert, gar den Tod
eines Partners hinnehmen muss, droht in eine tiefe Lebenskrise zu
stürzen.
Das ist im Allgäu natürlich nicht anders als im Ruhrgebiet. Der
Unterschied liegt vielleicht in der Bewältigung einer solchen
Herausforderung. Zwischen Dortmund und Duisburg, so vermuten die
Experten, sei man Krisen gewohnt. Motto: Hinfallen, aufrappeln, Ärmel
aufkrempeln. Auch hier sehen aber dreimal mehr Frauen als Männer den
Tod als letzten Ausweg. Und bei den unter 30-Jährigen ist auch hier
jeder vierte Tod Folge eines Selbstmords. Warum das so ist? Wir
wissen es nicht.
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