Essen (ots) – Es ist ja ohnehin schwer zu glauben, dass
herumkrabbelnde Spinnen am Morgen Kummer und Sorgen bedeuten können,
während dieselben possierlichen Tierchen am Abend plötzlich
erquickend und labend sein sollen. Das wäre ja nicht einmal der Fall,
wenn Johann Lafer ein Spinnen-Ragout in einem Netz aus Safran-Fäden
an Morgentau-Parfait servieren würde.
Gemeint ist mit dem Sprichwort selbstverständlich jene Tätigkeit,
die wir schon seit einer ganzen Weile nur noch aus dem Märchen
kennen. Die Auswirkungen des Spinnens aber lassen sich ab Sonntag in
einer neuen Ausstellung des Textilmuseums im westfälischen Bocholt
erproben, wo die Besucher an Mitmachstationen Spindeln und Haspeln in
die Hand nehmen können. Die Ausstellung dreht sich übrigens um
“magische Textilien” aus Märchen und trägt einen Titel, der nur auf
den ersten Blick etwas spinnert wirken mag: “Stroh zu Gold”. Dass
sowas auch jenseits von Märchen klappen kann, haben ja die
Hypothekenkredit-Berater in den USA bewiesen.
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