Essen (ots) – Die Gewerkschaft der Polizei läuft nach den blutigen
Ereignissen in Kundus Sturm gegen die neue Afghanistan-Strategie der
Regierung. Danach sollen deutsche Polizisten künftig gemeinsam mit
Feldjägern der Bundeswehr afghanische Sicherheitskräfte vor Ort und
nicht mehr in abgesicherten Lagern ausbilden. Nach dem Hinterhalt, in
dem am Karfreitag drei deutsche Soldaten nahe Kundus starben, wirft
GdP-Chef Konrad Freiberg der Bundesregierung vor, die
Polizeiausbilder auf ein “Himmelfahrtskommando” zu schicken. Den
Hinweis von Innenminister Thomas de Maizière(CDU), Polizeiausbilder
würden nur in befriedeten Distrikten eingesetzt, lässt Freiberg nicht
gelten. “Wir glauben nicht an befriedete Gebiete. Die Taliban werden
sofort versuchen, diesen Plan zu durchkreuzen und deutsche Polizisten
bei der Arbeit zu töten”, sagte Freiberg den Zeitungen der
WAZ-Mediengruppe (Mittwoch-Ausgaben).
Die Ausbildung der afghanischen Polizei dürfe ausschließlich in
“gesicherten Lagern stattfinden”, so Freiberg, “alles andere lehnen
wir vehement ab.” Die tragischen Ereignisse vom Osterwochenende
bestärken die GdP in ihrer Haltung: “Wir helfen gern. Aber wird
wollen nicht operativ eingreifen. Wir sind keine Bürgerkriegspartei.”
Pläne der Bundesregierung, die Zahl der Polizeiausbilder auf 200
massiv zu erhöhen, könnten noch am Widerstand der Bundesländer
scheitern, sagte Freiberg.
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