WAZ: Neustart für Griechen – Kommentar von Walter Bau



Essen (ots) – Zuerst war es ein Sparkommissar als Aufsicht über die griechischen Finanzen; nun ist es ein Sperrkonto, auf das Athen alle Staatseinnahmen überweisen soll. Europa verliert die Geduld mit den Griechen und zieht die Daumenschrauben noch einmal fester. Die Frage ist nur: Sind die Griechen überhaupt in der Lage, die Forderungen der Euro-Partner zu erfüllen? Die Ansprüche an Athen haben es in sich: Massenentlassungen im öffentlichen Dienst sowie drastische Gehaltskürzungen um bis zu 25 Prozent, auch in der Privatwirtschaft. Wird das so umgesetzt, dürften die sozialen Unruhen im ohnehin durch Streiks und Massendemonstrationen aufgeheizten Klima eskalieren. Zudem würde die griechische Wirtschaft weiter abstürzen – denn woher sollten die Einnahmen kommen? Es ist an der Zeit, ernsthaft über eine geordnete Insolvenz des Landes nachzudenken, auch im Sinne Griechenlands; selbst wenn das Risiko eines Übergreifens auf andere finanziell angeschlagene Euro-Länder nicht von der Hand zu weisen ist. Dazu gehört ein umfassender Schuldenschnitt. Neue Kredite bringen stets nur Atempausen. Athen aber braucht einen Neuanfang.

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