Essen (ots) – Natürlich kann ein Student mit einem
Notendurchschnitt von – sagen wir – 2,5 ein guter Arzt werden. Das
galt schon immer. Dass diese Binsenweisheit jetzt wieder
hervorgekramt wird, liegt am drohenden Ärztemangel. Bis heute aber
wird der Zugang zum Arztberuf über die Abiturnote streng geregelt. Es
würden ja gerne sehr viel mehr junge Menschen Medizin studieren, wenn
man sie nur ließe. Das Verhältnis von 37 000 Bewerbern zu 8500
Studienplätzen spricht da Bände. So gesehen hat Rösler ja Recht, wenn
er den Numerus clausus abschaffen will. Doch dann müssten die
Bundesländer die Zahl der Studienplätze an den Universitäten zuerst
deutlich erhöhen. Davon aber ist bislang nur wenig zu erkennen.
Die von Rösler ins Spiel gebrachte Landarztquote mag mancher
bereits als Ärztelandverschickung bespötteln, könnte aber den
Medizinermangel in der Provinz lindern. Fraglich bleibt indes, ob
sich ein angehender Arzt schon früh darauf festlegen will, wo er in
etwa zehn Jahren praktizieren wird. Zudem könnte diese Quote nur die
Verteilung besser steuern, den Ärztemangel beheben kann sie nicht. Es
bleibt also bei der Forderung an die Länder, mehr Studienplätze
einzurichten. Erst dann lässt sich seriös über den Numerus clausus
reden.
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