Essen (ots) – Man könnte leicht den Überblick verlieren, so
unübersichtlich stellt sich die Parteienlandschaft in NRW derzeit
dar. Machten etwa die Grünen der CDU eben noch Avancen, so gehen sie
plötzlich wieder auf Distanz. Die SPD hält die Linkspartei nicht für
regierungsfähig, schließt aber eine Koalition nicht aus, ihr
Vize-Landes-Chef sondiert gleichwohl im Zwiegespräch mit der
Linken-Chefin das Terrain. Wer blickt da durch? Und: Wem hilft diese
Gemengelage?
Der SPD kaum. Mit ihrer Weigerung, ein Bündnis mit der
Linkspartei auszuschließen (obwohl sie die doch für nicht
regierungsfähig hält), geht SPD-Chefin Hannelore Kraft hohes Risiko.
Sie läuft Gefahr, potenzielle Wechselwähler, die wieder mit der SPD
liebäugeln, zu verprellen. Und sie liefert den Schwarz-Gelben
Munition für ihre Kampagne. Mit dem Ausschluss einer von der Linken
tolerierten rot-grünen Minderheitsregierung befeuert sie die Debatte
eher noch.
Kraft versucht sich eine Option zu erhalten, die nach ihren
eigenen Worten keine ist. Gut möglich, dass sie erst kurz vor dem
Wahltag, gleichsam als Coup, der Linkspartei einen Korb geben will.
Der Parteitag am letzten Wochenende wäre eine wesentlich bessere
Gelegenheit für diesen Schritt gewesen. Doch diese Chance hat sie
verpasst.
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