Essen (ots) – Eisenbügel werden geklaut und verhökert, am Beton
wird gespart, die Protokolle sind offenbar gefälscht, und die
Staatsanwälte spazieren bald täglich über die Baustellen. Man wähnt
sich bei der Analyse für die Ursachen eines eingestürzten
Krankenhauses in der Dritten Welt und ist in Wahrheit mitten in einem
Bauskandal in Deutschlands viertgrößter Stadt.
Von Köln und seinen rheinischen Abgründen, die mit dem Begriff
“Klüngel” so gern verniedlicht werden, ist man manches gewöhnt, der
U-Bahn-Bau, von krimineller Energie regelrecht verseucht, erreicht
noch einmal ganz neue Dimensionen. Dass die Bezirksregierung die
Kölner Verkehrsbetriebe als Bauherr zunächst sogar mit der
Bauaufsicht betraute, gehört zu den Treppenwitzen dieser
unappetitlichen Geschichte. Selbstkontrolle reicht nicht aus. Noch
dazu wenn das Unternehmen unter enormem Zeitdruck steht, um Zuschüsse
von mehr als 500 Millionen Euro nicht zu verlieren.
Auf die Staatsanwälte kommt noch viel Arbeit zu, sie werden vor allem
klären müssen, ob der Pfusch den Einsturz des Stadtarchivs am Ende
nicht doch mit heraufbeschworen hat. Derweil blicken die Menschen mit
berechtigter Sorge aufs Hochwasser. Da droht schon die Fortsetzung
des Dramas.
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