Essen (ots) – NRW-Familienminister Armin Laschet hat
SPD-Oppositionsführerin Hannelore Kraft schriftlich aufgefordert, die
Schulpolitik der Landesregierung nicht länger in einen Zusammenhang
mit Selbstmorden oder Suizidversuchen von Kindern und Jugendlichen zu
bringen. ”Das traurige Schicksal junger Menschen, die sich selbst
töten, eignet sich nicht für den Wahlkampf”, heißt es in dem
Schreiben, das der WAZ-Mediengruppe (Samstagausgabe) vorliegt. Der
Minister bezeichnete es als “zutiefst gefühllos”, mit dem Thema
Suizid eine Schulstrukturdebatte führen zu wollen. Laschet wies zudem
den von Kraft behaupteten Zusammenhang von Belastungen durch das
mehrgliedrige Schulsystem und Selbsttötungen zurück. Die Zahl der
Selbstmorde bei Minderjährigen sei verschwindend gering und in den
vergangenen Jahren gerade in NRW stark rückläufig. Über
Suizidversuche von Kindern und Jugendlichen gebe es nach
Expertenmeinung keine verlässlichen Zahlen. Laschet forderte Kraft
auf, zu erklären, “dass Sie künftig keinen Zusammenhang mehr
herstellen zwischen dem Schulsystem und den Verzweiflungstaten jungen
Menschen”. Auf Nachfrage sagte Laschet, dieser Appell sei wichtig, da
allein der gedankliche Zusammenhang zwischen Druck in der Schule und
Selbstmorden “Gefahren für labile Kinder bergen könnte”.
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