Essen (ots) – Wer trägt die Schuld am Niedergang von Arcandor?
Unternehmen dieser Größenordnung werden nicht innerhalb eines Tages
in den Abgrund gerissen. Erst eine Summe von Fehlentscheidungen führt
zum unternehmerischen Aus. Bei den Arcandor-Unternehmen Karstadt und
Quelle reicht das Missmanagement bis in die Zeit der damaligen
Vorstandschefs Walter Deuss und Wolfgang Urban zurück. Beide
versäumten es letztlich, eine schlüssige Strategie angesichts sich
wandelnder Konsumgewohnheiten zu entwickeln.
Nach einem Zwischenspiel von Christoph Achenbach war es Thomas
Middelhoff, der sich in der Rolle des vermeintlichen Karstadt-Retters
gefiel. Wie sich nun herausstellt, ist auch er an dieser Aufgabe
spektakulär gescheitert. Middelhoff, der den Kunstnamen Arcandor
einführte, erwies sich zwar als trickreicher Finanzjongleur mit
anspruchsvollem Lebensstil. Doch leider vernachlässigte er bei seinen
rastlosen Aktivitäten das traditionelle Warenhausgeschäft des
Konzerns.
Die Zeche zahlen nun viele tausend Beschäftigte. Für sie dürfte
es ein schwacher Trost sein, wenn sie hören, eigentlich sei
Karstadt-Quelle schon 2004 nicht mehr zu retten gewesen.
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