Essen (ots) – Der Bröselstein-Skandal ist nichts für schwache Nerven. Vor allem jetzt, da es ans Eingemachte geht: ans Geld. Bei Steinfraß-Opfern und Firmenbossen liegen die Nerven blank. Deshalb die Achterbahnfahrt der letzten 48 Stunden. Erst die Charme- und Kulanz-Offensive von Xella: die warmen Worte für Betroffene, Verjährung sei kein Thema, die Veröffentlichung der Bröselstein-Zonen, das Sorgentelefon, die Hilfsangebote. Am Morgen danach: die Kehrtwende vor dem Landgericht – kein Zugeständnis an den Kläger, alles wird abgestritten. Wieder ein paar Stunden später: erneut die weiche Welle – alles nicht so gemeint, Milde. Zuckerbrot und Peitsche wechseln auch hinter den Kulissen. Da tobt ein erbitterter Kampf. Haniel zahlt alle Bröselstein-Kosten. Der Konzern will möglichst wenig bluten. Also taucht Haniel ab. Im öffentlichen Ring steht Xella. Die Firma hat keine Bröselsteine produziert, sie muss den Skandal verwalten. Das schadet dem Ansehen – und das wiederum dem Geschäft. Jede Opfer-Entschädigung, die Haniel belastet, hilft Xella. Unter diesen Vorzeichen steht fest: Steinfraß-Opfer werden einen langen Atem brauchen, ihre Ansprüche zu sichern.
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