WAZ: Guttenbergs Chance. Kommentar von Walter Bau



Essen (ots) – Eine demütigende Gerichtsverhandlung bleibt Karl-Theodor zu Guttenberg also erspart. Der Freiherr zahlt 20000 Euro an die Krebshilfe, dafür stellt die Staatsanwaltschaft ihr Ermittlungsverfahren in der Plagiatsaffäre ein. Was nun, Herr Guttenberg? Die Zahl derer, die auf eine Rückkehr des Ex-Ministers in die Politik hoffen, ist nicht klein. Und eine Geldbuße ist beileibe kein Grund für eine lebenslange Verbannung aus öffentlichen Ämtern. Trotzdem wird sich der CSU-Mann wandeln müssen, will er wieder in der deutschen Politik mitmischen. Und dass er eine Rückkehr plant, ist offensichtlich. Guttenberg ist fraglos ein politisches Talent; doch während seiner Ministerzeit in Berlin setzte er zu oft auf Effekthascherei und den perfekt inszenierten Auftritt. Dabei vernachlässigte er die solide politische Arbeit. Groß verkündete er die Abschaffung der Wehrpflicht – um die dafür notwendige, mühsame Neuaufstellung der Truppe kümmerte er sich wenig. Kommt Guttenberg zurück, muss er sich gleichsam neu erfinden. Der Showstar muss auch das solide Handwerk lernen. Gelingt ihm dieser Wandel, hat er alle Chancen.

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