Essen (ots) – Sarkozy – der Amerikaner! Eine Beleidigung vermag
Frankreichs Präsident in diesem Etikett, das ihm Gegner schon kurz
nach seiner Wahl ans Revers gepappt hatten, nicht erkennen. Wie auch?
US-freundlicher als der gegenwärtige Präsident hat sich seit Ende des
letzten Weltkrieges kein französisches Staatsoberhaupt gezeigt. Und
dazu gehört für Sarkozy eben auch die vollständige Rückkehr in den
nordatlantischen Verteidigungsclub. Frankreichs Präsident hat gute
Gründe, einen Schlussstrich unter eine französische Besonderheit zu
ziehen, die sich in der Praxis längst überholt hatte. Nicht richtig
dabei, aber auch nicht wirklich außen vor – mit diesem anstrengenden
Spagat, den bereits seine Vorgänger Mitterrand und Chirac diskret zu
lockern versuchten, macht Sarkozy nun Schluss.
Schritt für Schritt hatte sich Frankreich in den letzten beiden
Jahrzehnten wieder an das Bündnis herangetastet, ist heute einer der
wichtigsten Beitragszahler und Truppensteller. Da ist der Wunsch
verständlich, auch in den Gremien, in denen die wesentlichen
militärischen Entscheidungen fallen, mitreden zu wollen.
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