Essen (ots) – Wer auch immer es eingefädelt hat, dass die
Verleihung des Europäischen Filmpreises von Berlin ins Ruhrgebiet
verlegt wurde, er kann frohlocken. Was da am Samstag in der Bochumer
Jahrhunderthalle über die Bühne ging, war ein glückliches Vorglühen
des kommenden Kulturhauptstadtjahres. Wenn auch die Veranstaltungen,
die nun kommen werden, tunlichst stärker in der Bevölkerung
Verankerung finden sollten. Diese Gala war denn doch eher ein
isoliertes Ereignis, wenig zur Kenntnis genommen im regionalen
Umfeld. Die Jahrhunderthalle als ferne Raumstation des europäischen
Kinos.
Dem fehlt es noch immer an breiter Akzeptanz, auch wenn der Preis
nun bereits zum 22. Mal verliehen wurde. Drei nicht erschienene
Promi-Schauspielerinnen reißen da eine Lücke, die durch die vielen
wenig oder gar nicht bekannten Namen kaum gefüllt werden kann.
Man kennt sie einfach nicht, weil der europäische Film trotz seiner
unbestreitbaren Qualitäten die jeweiligen Landesgrenzen noch immer in
viel zu kleiner Zahl überschreitet. Die geringe Popularität des
Filmpreises ist nur eine Spiegelung der realen Situation auf dem vom
US-Kino dominierten Filmmarkt.
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