Essen (ots) – Das Pfingstwochenende dieses Jahres wird ein
unrühmliches Kapitel der Opel-Story einnehmen. Sorgenvolle
Spitzenpolitiker im Kanzleramt rangen um die Opel-Rettung, noch am
Pfingstmontag gaben Sondersitzungen der Haushaltsausschüsse grünes
Licht für Staatshilfe – und Magna. Basis war das Versprechen von
Magna, deutsche Standorte zu erhalten, und eine vage
Verkaufsabsichtserklärung von GM.
Offenbar hatte der Wahlkampf die Sinne benebelt. Die
EU-Wettbewerbskommissarin konnte einen solchen Akt des
Protektionismus nicht tolerieren. Und – Avanti Dilettanti – hat eine
Intervention der EU den Wirtschaftsminister zu Guttenberg so
erschreckt, dass der mit einem Schreiben an GM das mühsam gebundene
Paket wieder aufschnürte. Richtig wäre es gewesen, Opel den
Überbrückungskredit zu gewähren und ein offenes Bieterverfahren zu
organisieren. Alles verschüttete Milch? Richtig, aber der strenge
Geruch bleibt. Es hat Folgen, wenn die Wahrheit über das Scheitern
der Opel-Rettung nicht mehr allein turbokapitalistischen Amis in die
Schuhe geschoben werden kann.
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