Essen (ots) – Wenn Grünschnäbel rohe Leber und Rollmöpse bis zum
Erbrechen essen müssen, hat das mit einer Mutprobe für den Aufstieg
in einer “Elitetruppe” beim Bund nichts zu tun. Solche erniedrigenden
Rituale sind schlicht pervers. Sie zeugen auch von mangelnder
Intelligenz bei den vermeintlichen Vorzeigesoldaten. Auch wenn solche
Prozeduren im Gegensatz zu früher heute Einzelfälle sein mögen, ist
der Imageschaden für die Bundeswehr immens. Ekel-Mutproben schüren
nur zu leicht das Vorurteil, dass beim Bund hauptsächlich verrohte,
Gewalt verherrlichende Gesellen hocken.
Dass junge deutsche Soldaten in Afghanistan und an anderen
Brennpunkten der Welt ihr Leben riskieren und tapfere Arbeit leisten,
gerät da schnell in Vergessenheit. In ihrem ureigensten Interesse
sollte die Bundeswehr alles zu einer rückhaltlosen Aufklärung
beitragen. Wirklichen Mut haben die Soldaten bewiesen, die sich beim
Wehrbeauftragten über die Misshandlungen beschwerten. Die
Verantwortlichen, die die Vorfälle nun untersuchen, sind es den
Opfern schuldig, ebenso unerschrocken zu ermitteln.
Daraus resultieren sollten abschreckende Strafen für all diejenigen,
die die Ekel-Mutproben angezettelt haben. Frommes Zureden allein
hilft da nicht.
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