Essen (ots) – Wenn Jürgen Rüttgers vier Wochen vor der
Landtagswahl eine Neuauflage der IBA Emscherpark ausruft, erweist
dies dem Ministerpräsidenten gewiss gleich in dreifacher Hinsicht
einen strategischen Dienst.
Erstens: Die Urheberschaft für dieses wichtigste Stadtumbau-Programm
im Ruhrgebiet lag einst bei der SPD. Zweitens: Anhänger für eine
solche ökologische Vision finden sich zahlreich bei den Grünen.
Drittens: Es profitiert der bevölkerungs- und damit wählerreichste
Landstrich in Nordrhein-Westfalen. Folglich ist eine solche Idee
abseits der erwartbaren Hakeleien um die Finanzierung weitgehend
unumstritten.
Doch trotz dieses offensichtlich taktischen Kalküls der CDU entfaltet
die Vorstellung einer IBA Emscherpark Teil 2 tatsächlich Charme. Wenn
es gelänge, die Umwandlung eines ehemaligen Abwasserflusses von
Dortmund bis Duisburg mit einem städtebaulichen Kreativwettbewerb zu
flankieren, entstünde ein weiteres architektonisch reizvolles Band
durchs Ruhrgebiet.
Das Land Nordrhein-Westfalen als Moderator und Koordinator kann hier
Wertvolles leisten. Vor 20 Jahren schien es zunächst auch
einigermaßen absurd, dass Industriebrachen einmal Spielstätten einer
Kulturhauptstadt sein könnten.
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