WAZ: Ein zynischer Poker. Kommentar von Sabine Brendel



Essen (ots) – Hedge-Fonds und Menschenrechte? Auf den ersten Blick haben die Manager dieser umstrittenen Fonds mit Menschenrechten gar nichts gemein. Doch so abwegig ist es nicht, wenn Hedge-Fonds Menschenrechte bemühen. Das Ziel von Fonds-Managern ist nicht, dem Schuldenstaat zu helfen. Ihr Ziel ist, das Geld ihrer Anleger möglichst stark zu mehren. Also kauften diese Fonds Griechenland-Anleihen. Diese Schuldscheine des Krisenstaats sind nicht sonderlich begehrt – und werden daher weit unter dem Ursprungswert verkauft. Da lässt sich gut mit günstigen Staatsanleihen spekulieren, zum Beispiel darauf, wie viel Schulden Griechenland abstottert. Je niedriger der Schuldenerlass, desto höher die Gewinne mancher Fonds. Bei diesem Poker kommt jetzt die Menschenrechte-Keule drohend zum Einsatz. Auch das Eigentumsrecht ist Menschenrecht. Und Anleihen-Eigner haben in Griechenland etwas zu verlieren. Trotzdem ist das Verhalten der Hedge-Fonds zynisch. Es zeigt: In Griechenland geht es nicht nur darum, Bürgern wieder Perspektiven zu bieten. Sondern auch darum, möglichst viel aus dem Elend anderer herauszuschlagen.

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