Essen (ots) – Es ist eine Ironie des Schicksals: Per Internet
werden jetzt die letzten Reste des einst größten europäischen
Versandhauses verscherbelt – über den modernen Online-Vertriebsweg,
der mit dafür gesorgt hat, dass das Katalog-Unternehmen Quelle nun
untergeht. Und ausgerechnet am ersten Tag des Resteverramschens
meldet sich einer, der wohl eine entscheidende Rolle beim Niedergang
des Karstadt-Quelle-Konzerns gespielt hat: Ex-Arcandor-Chef Thomas
Middelhoff behauptet, die Quelle-Pleite sei nicht nötig gewesen.
Zur Erinnerung: Nur kurz nachdem Middelhoff Anfang 2009 den Konzern
verlassen hatte, musste Arcandor Insolvenz anmelden. Bestandsaufnahme
des Insolvenzverwalters: “Wir haben mit der Lupe nach der Substanz in
diesem Unternehmen gesucht, aber wir haben nichts Nennenswertes
gefunden.”
Bleibt die Frage: Was hat Middelhoff in den fast vier Jahren als
Arcandor-Chef getan, um Quelle und Karstadt eine Zukunft zu geben?
Dass er seine zynische Bemerkung ausgerechnet am ersten Tag der
Arbeitslosigkeit vieler Quelle-Mitarbeiter herausposaunte, ist ein
Hohn.
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