Essen (ots) – Ostern – es ist das höchste Fest im Kirchenjahr.
Christen feiern die Auferstehung des Gekreuzigten, des Jesus von
Nazareth. Ostern 2010 – das ist für die katholische Kirche jedoch ein
bitteres Fest. Es fällt mitten hinein in die Debatte um den Skandal
des sexuellen Missbrauchs, begangen von Priestern an schutzlosen,
ihnen arglos vertrauenden Kindern. Und die Kirche? Sie hat die Täter
in früheren Jahrzehnten oft nur versetzt, ganz nach dem Motto: Aus
den Augen, aus dem Sinn.
Wir erahnen gerade erst das Ausmaß der unvorstellbaren Dunkelheit,
die die Missbrauchs-Opfer Jahrzehnte lang umgeben hat. Und das
erschüttert die Kirche tief, sehr tief, bis in ihre Grundfesten
hinein. Dieses erschütterte Fundament – das ist ihre moralische
Autorität. Und die ist nachhaltig beschädigt. Schlimmer kann es die
Kirche nicht treffen.
Ostern 2010 – ein bitterer Festtag für die Kirche. Für sie hat die
Zeit der Passion, des Leidens, mit diesem Auferstehungs-Fest kein
Ende gefunden. Im Gegenteil. Für sie beginnt jetzt erst die Zeit der
Buße, der Reinigung und der Suche danach, das verloren gegangene
Vertrauen zurückzugewinnen. Gelingen kann das nur mit der begonnenen,
rückhaltlosen Aufklärung, mit Hilfen für die Opfer und mit der
Auseinandersetzung über Ursachen im System. Es wird ein langer,
schmerzlicher Prozess, bis es für die Kirche ein “Auferstehen” geben
kann.
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