Essen (ots) – Die Deutschen spenden weniger. Bricht diese
Nachricht total überraschend über das Land herein? Eher nicht. Denn
die Spendenbereitschaft hängt mit einer ganzen Reihe von Umständen
zusammen, die derzeit nicht gerade günstig für Hilfswerke sind.
In tatsächlich oder gefühlt wirtschaftlich ungewissen Zeiten
wandert Geld eher auf die hohe Kante, als dass es für Wohltätigkeit
ausgegeben wird. Dazu schränken Arbeitslosigkeit, Billiglohn-Jobs,
befristete Arbeit den Kreis derjenigen ein, die außer an sich selbst
noch an andere denken können. Zurückliegende Fälle von Misswirtschaft
und Unregelmäßigkeiten bei Spendenorganisationen blieben überdies
nicht ohne Folgen.
Ohnehin ist das Spenden gerade mal für ein Viertel der Deutschen
“ganz selbstverständlich”, während fast drei Viertel des Volkes
meinen, dass zu viel Spendengeld in der Spendenverwaltung versickert.
Eben hier liegen Krux und Chancen der Hilfswerke dicht
beieinander. Spender wollen Gewissheit, dass ihr Geld nicht für
Bürokratie verplempert wird, sondern wirklich die Hilfebedürftigen
erreicht. Sie wollen Transparenz, sie wollen wissen, was konkret mit
den Geldern geschieht. Sie wünschen Nachprüfbarkeit – die ist
verlässlicher als Werbung mit traurigen Kinderaugen.
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