Essen (ots) – Kaum ein landespolitisches Thema ist derart
umstritten und gleichzeitig emotional so aufgeladen wie die
Schulpolitik. Dabei steht die Bildung völlig zu Recht im Zentrum des
Interesses – schließlich geht es um die Zukunft unserer Kinder.
Immer mehr fokussiert sich die Debatte auf die Frage des
Schulsystems: eine neue Gemeinschaftsschule für alle, oder besser
festhalten an der gegliederten Struktur? Es ist absehbar, dass sich
das NRW-System ändern muss; schon deshalb, weil die Hauptschule
ausblutet. Doch wäre es unklug, deshalb gleich das komplette System,
also Gymnasium und Realschule inklusive, zu kippen. In Hamburg, wo
seit Monaten ein erbitterter Kampf um die schwarz-grüne Schulpolitik
tobt, ist zu besichtigen, was ein radikaler Kurswechsel in der
Bildungspolitik anrichten kann. Letztlich wird der Streit auf dem
Rücken der Kinder ausgetragen.
Was aber spricht gegen behutsame Korrekturen am bestehenden System?
So ließe sich etwa mit vergleichsweise geringem Aufwand die
Grundschulzeit auf fünf oder sechs Schuljahre verlängern. Dadurch
würde die Festlegung auf einen weiterführenden Schulzweig
aufgeschoben. Dies brächte kurzfristig mehr als ein jahrelanger
Stellungskrieg um die vermeintlich große Reform.
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