Essen (ots) – Fortress wusste um die deutschen Berührungsängste
mit Finanzinvestoren, als der Fonds 2004 der Rentenversicherung die
Gagfah abkaufte. Bewusst holten sich die Amerikaner zwei Jahre und
ein legendäres “Heuschrecken”-Zitat von Franz Müntefering später den
Sozialdemokraten Burkhard Drescher. Er sollte um Vertrauen werben,
was ihm nicht schlecht gelang.
Doch nun braucht Fortress Geld – und zieht es unter anderem aus
seiner deutschen Immobilientochter. So agiert privates Kapital, so
muss es agieren. Wer einem Fonds sein Geld leiht, will Zinsen sehen
und keine schönen Bäder in einem fernen Land finanzieren.
Dennoch gehören Wohnhäuser in private Hand. Dass der Staat
keineswegs der bessere Vermieter ist, können unsere ostdeutschen
Mitbürger bestätigen. Er muss aber Standards setzen, wenn er seine
Immobilien verkauft. Das tut er bisher sehr unterschiedlich. Die
Gagfah hat ebenso eine Sozialcharta wie die an Goldman Sachs
verkaufte LEG. An eine Mindestgrenze für die Instandhaltung hat der
Bund 2004 aber nicht gedacht. Aus diesem Fehler hat NRW beim
LEG-Verkauf gelernt. Dass der neue Besitzer diese Grenze auch gleich
ausgereizt hat, zeigt nur, wie wichtig sie ist.
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