Essen (ots) – Ein Chef, der eine Sekretärin nach 34 Jahren feuert,
weil sie Frikadellen oder Brötchen vom Tablett genommen hat, sollte
selbst den Hut nehmen. Wer die Maßstäbe derart verliert, ist zur
Führung von Mitarbeitern ungeeignet. Wo, wenn nicht hier, hätte eine
Abmahnung genügt?
Unerträglich wird es geradezu, wenn sich der Arbeitgeber im
Kreuzfeuer der Empörung zu einer Entschuldigung durchringt und von
mangelndem Fingerspitzengefühl schwadroniert, ohne aber die fristlose
Kündigung zurückzunehmen. Wie geht das zusammen? So wenig, dass
sämtliche Medien den vermeintlichen Bußgang am Sonntag
missinterpretierten und den Sprecher des Verbandes dazu nötigten, den
peinlichen Vorgang am Montag noch einmal zu erklären. Um ihn damit
noch peinlicher zu machen. Denn von wirk-licher Einsicht fehlt bisher
jede Spur.
Dass die Entlassene sich am Ende mit dem Verband außergerichtlich
einigen wird, mag in finanzieller Hinsicht ein Trost sein. Aber wer
geht schon gern mit einem solchen Abschied in Rente?
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