Essen (ots) – Allmählich kommt man doch durcheinander mit den
vielen “Worten des Jahres”. Gerade erst hat man den englischen
Ausverkaufsbegriff “Sale” als “nervigstes Wort des Jahres”
angeprangert, da kommt nun die Gesellschaft für deutsche Sprache mit
dem “Wort des Jahres” um die Ecke. Bald rücken dann kritische
Sprachwissenschaftler auch noch mit dem “Unwort des Jahres” heraus
und brandmarken wieder Zynismen wie “sozialverträgliches Ableben”
oder Verschleierungsblabla wie “Kollateralschäden” oder “notleidende
Banken”.
Aber wie das so ist: Je mehr “Wörter” es gibt, desto weniger hören
wir zu – so viele Wörter, das klingt schon nach Gerede.
Das wahre Wort des Jahres dürfte ohnehin “Finanzkrise” sein. Aber
das hat schon 2008 den Titel errungen. Ja, “Abwrackprämie” ist ein
neues Wort und es war in diesem Jahr in aller Munde. Aber zum ersten
Mal seit langem wurde ein Begriff mit eingebautem Verfallsdatum
ausgesucht; wer weiß, ob es für einen Eintrag in die nächsten
Auflagen der Wörterbücher noch reicht. Denn die Prämie wird ja schon
seit September nicht mehr gewährt. Und es wird sie hoffentlich nie
wieder geben.
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