Essen (ots) – Am Ende blieb Claudia Pechstein nur noch die Flucht
in die Verschwörungstheorie. Das Urteil des Internationalen
Sportgerichtshofes (CAS), das die sportliche Karriere der fünfmaligen
Eisschnelllauf-Olympiasiegerin beendete und ihre berufliche Laufbahn
als Beamtin infrage stellt, sei keine sportjuristische Entscheidung
gewesen, behauptete sie. Sondern eine sportpolitische.
Richtig ist, dass der jetzt erstmals von der höchsten richterlichen
Sportinstanz abgesegnete indirekte Dopingbeweis von enormer Tragweite
ist. Verfügen die Dopingfahnder, die mit den herkömmlichen
Testmethoden an ihre Grenzen gestoßen sind, doch nun über eine
juristisch belastbare Waffe, die im Anti-Doping-Kampf neue
Perspektiven eröffnet.
Dem Weltverband, der Pechsteins Dopingsperre im Juli verhängt hatte,
und den unabhängigen Richtern in Lausanne jedoch zu unterstellen, sie
hätten ausgerechnet an einem der größten Zugpferde des
Eisschnelllaufens ein Exempel statuieren wollen, ist abstrus. Wahr
ist aber auch: Jedes Urteil, das nicht auf glasklaren Beweisen oder
Geständnissen beruht, hinterlässt ein gewisses Maß an Unbehagen.
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