WAZ: Das Salz und die Marktwirtschaft – Kommentar von Hayke Lanwert



Essen (ots) – Hätte uns jemand in den vergangenen Jahren gefragt,
wir hätten mit Bedauern festgestellt, dass es richtige Winter schon
lange nicht mehr gegeben hat. Wir hätten von Kindertagen geschwärmt,
in denen wir uns durch kniehohen Schnee kämpften. Weiße
Winterlandschaften, die existierten für uns nur noch im Urlaub und in
den Bergen.
Nun ist der Winter da, und das schon seit gefühlten Ewigkeiten. Es
ist kalt. Es ist glatt. Es ist mühselig, und scheint kein Ende zu
nehmen. Wir haben ihn, ehrlich gesagt, gründlich satt. Wenn
wenigstens die Räumdienste funktionierten! Aber nein, sogar eine
komplette Autobahn muss gesperrt werden. Wo gibt’s denn sowas!
Aber mal im Ernst, ist das nicht ein klassischer Fall von
Im-Nachhinein-wissen-es-alle-besser? Durchschnittlich 120 000 Tonnen
Streusalz brauchen die Landesbetriebe Straßen NRW jährlich, um die
Autobahnen, die Bundes- und Landesstraßen befahrbar zu halten. In
lauen Wintern waren es nur 50 000 Tonnen. Nun sind bis jetzt schon
250 000 Tonnen Salz verstreut worden und dabei wird an allen Ecken
und Kanten geknapst.
Wieviel Vorräte also sollen Land und Kommunen horten? Vertrauen wir
doch einfach den Gesetzen der Marktwirtschaft. Esco, nach eigenen
Worten Europas größter Salzlieferant, will verdienen. Auch künftig.
Im eigenen Interesse wird er seine Produkion optimieren.

Pressekontakt:
Westdeutsche Allgemeine Zeitung
Zentralredaktion
Telefon: 0201 / 804-6528
zentralredaktion@waz.de  

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