WAZ: Christen in Ägypten ermordet – Tödlicher Hass. Kommentar von Gudrun Büscher



Essen (ots) – Die sechs koptischen Christen kamen aus der
Weihnachtsmesse, als sie die Schüsse trafen. Sie und ein muslimischer
Wachmann starben im Kugelhagel. Es ist nicht anzunehmen, dass der Tod
der sieben Menschen in Ägypten auch nur annähernd so viel Aufregung
auslösen wird wie die Ermordung der schwangeren Ägypterin Marwa S. in
Dresden. Gewalt gegen Angehörige der eigenen Religionsgruppe wird
hier wie dort immer stärker durch die Kulturkampfbrille gesehen.
Was auch immer dazu geführt hat, dass Fanatiker auf Gläubige
schossen – Fakt ist, dass immer mehr Christen dem Nahen Osten den
Rücken kehren, in dem ihre Vorfahren länger lebten als die Muslime.
Laut Gesellschaft für bedrohte Völker haben in den letzten
Jahrzehnten etwa 1,5 Millionen Christen Ägypten verlassen. Heute
machen sie noch etwa acht Prozent der Bevölkerung aus. Fakt ist auch,
dass die Regierung in Kairo viel zu wenig unternimmt, um gegen die
alltägliche Diskriminierung und Benachteiligung der Christen
vorzugehen. Die Gewalt gegen die Kopten ist Besorgnis erregend, weil
sie schon viel zu lange andauert.

Pressekontakt:
Westdeutsche Allgemeine Zeitung
Zentralredaktion
Telefon: 0201 / 804-6528
zentralredaktion@waz.de  

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