Essen (ots) – Ein Häftling tötet seine Freundin, die ihn in der
Liebeszelle des Gefängnisses besucht. Eine abscheuliche Tat. An einem
Ort, der Menschen vor Verbrechen schützen und überführte Straftäter
vor Rückfällen bewahren soll. Soweit die Theorie. Die Praxis zeigt:
Gewalt hinter Gittern ist nach wie vor eines der größten Probleme im
Strafvollzug. Gerade deshalb bleibt unverständlich, weshalb der
Häftling 1.) in den Besitz von zwei Messern gelangen, 2.) sie in die
Besucherzelle schmuggeln, und 3.) mit ihnen die Tat unbemerkt
verrichten konnte. Wohlbemerkt in einem Hochsicherheitstrakt.
Kurz vor der Landtagswahl muss sich die NRW-Justizministerin erneut
den Vorwurf mangelhafter Sicherheitsvorkehrungen in einer ihrer
Justizvollzugsanstalten gefallen lassen. Denn politisch trägt sie die
Verantwortung für die Zustände in den Gefängnissen. Ihre
Pannen-Chronik ist bereits lang: Vom Foltermord im Siegburger
Jugendknast über die Entlassung gefährlicher Sexualstraftäter und
spektakuläre Ausbrüche bis hin zu Vorwürfen der Vetternwirtschaft
innerhalb der Justiz. Kurz vor der Landtagswahl beschert die grausige
Tat in ihrem Wahlkreis der CDU-Politikerin unfreiwillig noch einmal
einen großen Auftritt. Es könnte ihr letzter als Ministerin sein.
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