Essen (ots) – Der Vorstoß von Obama zur Bankenregulierung ist
seiner innenpolitisch misslichen Lage zu verdanken. Enorm gestiegene
Arbeitslosigkeit und satte Milliarden-Gewinne der US-Banken machen
den Angriff auf die Wall Street politisch zur sicheren Bank. Aber
nicht alles, was populär ist, ist falsch.
Die Zockerei mit Aktien und komplizierten Finanzprodukten auf eigene
Rechnung bringt den Banken den Großteil ihrer Gewinne (wenn’s gut
läuft), nach dem volkswirtschaftlichen Nutzen muss man dagegen lange
suchen. Wehe, wenn die Risikogeschäfte schief gehen und das
klassische Bankgeschäft der Kreditvergabe bedrohen. Letztere ist die
Blutbahn im Wirtschaftskreislauf.
Das Verbot des Investmentbanking für Geschäftsbanken ist
überlegenswert. Es kann nicht sein, dass Steuerzahler auch
Investmentabteilungen der Banken retten müssen. Noch wichtiger ist,
dass Obama wie zuvor die Europäer eine Größenbegrenzung der
Geldhäuser ins Spiel bringt. Es ist ein Systemfehler in einer
Marktwirtschaft, wenn die Politik es zulässt, dass die Kosten einer
Bankenrettung zu Lasten der Bürger sozialisiert, Gewinne aber
privatisiert werden.
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