München (ots) – Horst Seehofer will 2022, sein Vize Martin Zeil von der FDP peilt 2025 an, Angela Merkels Ethik-Kommission glaubt an 2021, ein internes Papier von Umweltminister Röttgen hält den Atomausstieg schon bis 2017 für möglich: Wer bietet mehr, wer will noch früher? Nein, der Streit um Jahreszahlen ist mit Abstand der unwichtigste Teil der Atom-Diskussion. Viel entscheidender ist es hingegen, nun die Bedenken der Atom-Befürworter zu entkräften: Das Stromnetz muss schnell ausgebaut werden, neue Energie-Speicherkapazitäten müssen deutschlandweit entstehen. Geredet haben wir jetzt genug… Merkels Energiewende bietet die große Chance, Deutschland zum Vorzeige-Energieland der Zukunft zu machen. Denn anders als beim rot-grünen Atomausstieg ziehen nun endlich alle Parteien in Deutschland an einem Strang. Fast alle. Die FDP will mit ihrer Forderung nach “Stand-by-Atomkraftwerken” als Reserve das Hintertürchen zum Wiedereinstieg offenhalten. Doch dem Schrumpf-Koalitionspartner wird es nicht gelingen, die ganz große Anti-Atom-Koalitition von CDU, CSU, SPD und Grünen auszutricksen.
Klaus Rimpel
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