tz München: Leerverkäufe: Perverses Spielzeug der Finanzzocker



München (ots) – Mit ein Grund, warum die Finanzindustrie die Welt bereits bei der Lehman-Pleite ins totale Chaos stürzen konnte, war ein bizarres Instrument: sogenannte Leerverkäufe an den Börsen, die Krisen noch mehr anheizen. Ihr eiliges Verbot in vier EU-Staaten geschlagene drei Jahre nach Lehman zeigt auch die Schwäche der Politik. Mit der Realwirtschaft haben Leerverkäufe überhaupt nichts zu tun: So leiht sich auch kein normaler Mensch von seinem Freund ein Auto aus, um es zu verkaufen, dann nach einer Wertminderung zu einem niedrigeren Preis zurückzukaufen und den Gewinn einzustreichen. Abgesehen von der Irrwitzigkeit erlauben das die Gesetze nicht. Warum das dann aber an den Aktienmärkten prinzipiell noch immer möglich ist – obendrein mit Papieren, die man noch nicht einmal in Händen hat -, ist kaum vernünftig zu erklären. Dieses perverse Spielzeug der Finanzzocker in ihrer Parallelwelt riss nachweislich auch die reale Welt in den Abgrund. Bezahlen darf den Schaden am Ende der Steuer-zahler. So unglaublich wie Leerverkäufe ist die Tatsache, dass sie nicht schon längst generell verboten sind.

Walther Schneeweiß

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