München (ots) – Zum vierten Mal steigt heute der Sat.1-Länderkampf. Deutschland (unter anderem vertreten von Boris Becker, Christine Neubauer und Hannes Jaenicke) tritt gegen Italien (u.a. mit Ornella Muti und Flavio Briatore) an. Moderiert wird das Spektakel von Johannes B. Kerner. Die tz sprach mit dem 46-Jährigen über das Besondere am Duell Deutschland gegen Italien, aber auch über seinen Wechsel vom ZDF zu Sat.1 und die Frage, ob er nicht Lust gehabt hätte, Wetten, dass..? zu moderieren. Herr Kerner, Deutschland hat die bisherigen Ländershows gegen Holland, Türkei und Österreich alle verloren. Woran lag’s? Johannes B. Kerner: Na ja, wir wollten einfach, dass die Menschen nett über uns Deutsche reden (lacht). Nein, im Ernst: Es war immer knapp, aber wir hoffen, dass es gegen Italien nun klappt. Sonst verspreche ich, dass die nächste Folge gegen Papua-Neuguinea stattfindet – die kriegen im Zweifel keine zehn Leute zusammen (lacht). Was macht den besonderen Reiz des Duells Deutschland gegen Italien aus? Kerner: Oh, da steckt viel drin: Die Italiener in Deutschland machen zum Beispiel die viel bessere Pizza als die in Italien. Das wollen die Italiener nur nicht wahrhaben, aber es stimmt wirklich. Außerdem: Die Italiener haben den Vatikan, wir den Papst. Und so gäbe es noch einiges, aber natürlich ist die ganze Sache ein großer Spaß, Unterhaltung für die ganze Familie mit tollen Stars. Die offensichtlich auch Spaß daran haben. Boris Becker ist zum wiederholten Male dabei … Kerner: Stimmt. Er ist der perfekte Gast, weil er total ehrgeizig ist, weil er es hasst zu verlieren – und am Ende steht für ihn doch der Spaß im Vordergrund. Das ist toll! Gehen wir mal weg von der Show am heutigen Mittwoch - wie oft haben Sie in den letzten Wochen bereut, dass Sie das ZDF für Sat.1 verlassen haben? Kerner: Ich kann mir vorstellen, worauf Sie anspielen … Mit “Wetten, dass..?” und (demnächst) der Champions League haben die Mainzer nun zwei Sachen im Angebot, die Sie interessieren müssen … Kerner: Wetten, dass..? schaue ich mir wie bisher von der Couch aus an, und zwar gerne. Die Show war nie im Bereich dessen, was für mich in Frage kommt. Der Kelch geht jetzt an mir vorbei, er wäre aber auch an mir vorbeigegangen, wenn ich noch beim ZDF wäre. Und bei der Champions League verhalte ich mich wie ein Fußballer und denke von Spiel zu Spiel. Bei der Gelegenheit ein kleiner Programmtipp: Schalke gegen Manchester United läuft am Dienstag in Sat.1. Ich freue mich schon wie ein kleiner Junge darauf. Es muss Sie doch schmerzen, dass die Champions League bald im ZDF läuft – so cool können Sie gar nicht sein. Kerner: Natürlich hätte ich es lieber gesehen, wenn Sat.1 die Rechte behalten hätte. Aber: Ich habe so viel erlebt als Sportreporter und Moderator – Europameisterschaften, Weltmeisterschaften, Olympische Spiele, Länderspiele, Bundesliga, Champions League – da bin ich reich gesegnet. Wenn ich ab morgen nie wieder arbeiten dürfte, dann müsste ich trotzdem bis an mein Lebensende auf Holz klopfen. Man darf nicht undankbar sein. Haben Sie mit dieser Gelassenheit auch den, sagen wir, holprigen Start bei Sat.1 inzwischen weggesteckt? Kerner: Der Start war viel schwerer, als ich dachte, das stimmt. Aber ich bin ein ehrgeiziger Typ und habe für mich irgendwann entschieden: Den Kampf nehme ich an, und ich will ihn gewinnen. Und es läuft immer runder, letzte Woche hatten wir bessere Marktanteile als die Sendung, die vor uns läuft. Das war nach langer Zeit mal wieder ein schöner Erfolg. Haben Sie es persönlich genommen, dass die Zuschauer nicht mit Ihnen vom ZDF zu Sat.1 gegangen sind? Kerner: Nein, persönlich habe ich das nicht genommen. Gleichwohl war es eine Belastung, auch für mich. Das ist doch klar. Aber – es ist so: Ich bin am 1. August 25 Jahre in diesem Beruf. Da wird man gelassener mit der Zeit. Und im Übrigen gilt immer noch der Satz eines großen Kollegen: Am Ende des Tages ist es alles nur Fernsehen. Interview: Stefanie Thyssen
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