München (ots) – Einfach über die Grenze fahren, ohne kontrolliert zu werden – das ist eine Errungenschaft, die uns den sonst so abstrakten Geist von Europa ganz konkret spüren lässt. Die offenen Grenzen sind das Symbol Europas. Insofern ist es auch symbolisch, wenn Dänemark die Grenzen 26 Jahre nach Unterzeichnung des Schengen-Abkommens wieder schließt: Es ist ein Sieg der sich überall in Europa breit machenden Rechtspopulisten. Die liberalkonservative Minderheitsregierung in Kopenhagen hat die Idee Europa verkauft – für ein paar innenpolitische Zugeständnisse der EU-feindlichen Dänischen Volkspartei. Das ist symptomatisch dafür, wie wenig die EU Europas Politikern noch wert ist. Schwere Fehler haben die EU in die Krise gestürzt: Die Einführung des Euro, ohne die Steuer- und Wirtschaftspolitik angeglichen zu haben. Oder die Ost-Erweiterung, ohne die EU-Institutionen entsprechend zu reformieren. Aber trotz solcher Mängel ist die EU für uns alle mehr Segen als Fluch – die offenen Grenzen sind nur ein Beispiel dafür. Nur: Es müssen wieder Politiker vom Schlage Kohl oder Mitterrand her, die das den Bürgern klar machen!
Klaus Rimpel
Pressekontakt:
tz München
Redaktion
Telefon: 089 5306 505
politik@tz-online.de
No Comments on "tz München: Dänemark macht Grenzen dicht: Idee Europa billig verkauft"