München (ots) – Angela Merkel hat es geschafft, einige der Abweichler in den eigenen Reihen auf Kurs zu bringen – aber wirklich gesichert ist ihre Macht dadurch noch lange nicht. Die FDP wird in der Euro-Frage immer unberechenbarer. Und CSU-Chef Horst Seehofer hat signalisiert: Einer weiteren Ausweitung der Hilfen für die EU-Krisenländer wird die CSU nicht mehr zustimmen. Aber was dann? Je mehr Milliarden schon in Athen versenkt wurden, desto teurer (oder auf Merkel-Deutsch: “alternativloser”) wird es, noch aus der Retterei auszusteigen. Viele Bundestagsabgeordnete geben offen zu, genauso verunsichert zu sein wie Otto-Normalbürger. Selbst die Wirtschafts-experten sind sich ja völlig uneinig darüber, wie katastrophal eine Pleite Griechenlands für die Weltwirtschaft wäre. Retten wir uns wirklich selbst, indem wir für die Schulden anderer bürgen? Oder geht es doch nur um eine verkappte Banken-Rettung? Das Experiment Griechenland-Insolvenz ist genauso brandgefährlich wie das Experiment Multi-Milliarden-Bürgschaft. Sicher ist nur eines: Die Versuchskaninchen sind in beiden Fällen wir, die Bürger.
Klaus Rimpel
Pressekontakt:
tz München
Redaktion
Telefon: 089 5306 655
sabine.pelgjer@tz-online.de
No Comments on "tz München: Abstimung zur Ausweitung des EU-Rettungsschirms: Nur ein Etappensieg"