München (ots) – Wenn Tochter oder Sohn operiert werden müssen:
Obwohl heute 80 Prozent aller Eingriffe ambulant erfolgen können,
möchten viele Mütter und Väter in die Klinik
20. Januar 2010 – Leistenbruch, Polypen-Entfernung, das Anlegen
abstehender Ohren: Viele ärztliche Eingriffe bei Kindern gehen
schnell und verheilen relativ komplikationslos. Aber obwohl heute 80
Prozent aller Operationen bei Kindern ambulant durchgeführt werden
können, gibt es einen Trend “Zurück ins Krankenhaus”, berichtet die
Zeitschrift ELTERN in der aktuellen Ausgabe (02/2010 ab heute im
Handel).
Die neue “Angst vor ambulant” erklärt Dr. Stefan Holland-Cunz,
Chef-Kinderchirurg der Uni Heidelberg, in ELTERN so: “Ich habe den
Eindruck, dass viele Eltern unsicherer werden. Sie möchten zwar an
allem teilhaben, was ihr Kind betrifft, aber möglichst wenig
Verantwortung tragen. Das frisch operierte Kind mit nach Hause zu
nehmen und dann eventuell mit Komplikationen konfrontiert zu werden,
davor fürchten sich Eltern zunehmend. Zum Beispiel herrscht große
Angst vor einem Atemstillstand infolge der Narkose, obwohl dieser im
Anschluss an die Überwachung nach der OP extrem unwahrscheinlich ist!
Ich frage mich, wie man den Müttern und Vätern diese Angst nehmen
kann.”
Trotz der Furcht und Sorge vieler Eltern: Ärzte dürfen Kinder nur
in Kliniken und Krankenhäuser einweisen, wenn es triftige
medizinische Gründe gibt. Dr. Holland-Cunz: “Wir sind per Gesetz an
den Leistungskatalog der Krankenkassen gebunden. Weichen wir davon,
meldet sich der Medizinische Dienst der Kassen.”
Eltern können dennoch beruhigt sein: Schwerere Operationen werden
weiterhin stationär vorgenommen. Auch Kinder, deren Risiko für
Komplikationen erhöht ist, werden sicherheitshalber in Krankenhäusern
operiert und dort behalten. Hierzu gehören zum Beispiel generell
Babys, die jünger als sechs Monate bzw. Ex-Frühchen, die jünger als
ein Jahr sind, frisch geimpfte Kinder, chronisch kranke Kinder und
solche, die gerade eine schwere Krankheit überstanden haben.
Pressekontakt:
Simone Lönker
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