Hamburg (ots) – Der ehemalige Bundesfinanzminister Theo Waigel hat die griechische Finanzpolitik und die EU hart kritisiert. “Kardinalfehler war, die Griechen überhaupt in die Eurozone hineinzulassen”, sagte er stern.de, der Online-Ausgabe des Hamburger Magazins stern. Nach Ansicht von Waigel ist die angepeilte Milliarden-Hilfe nun unumgänglich, weil ein Austritt kaum möglich wäre. Das ginge nur, wenn Griechenland “freiwillig” gehen würde – “aber auch das wäre nicht billig”.
Auch den bisherigen politischen Umgang mit Griechenland kritisiert Waigel. “Das Durcheinander – Hilfe nein, Hilfe vielleicht, Hilfe jetzt doch – hat dem Euro geschadet. Die Märkte reagieren auf so etwas extrem empfindlich”, sagte Waigel stern.de. Nun müsse schnell geholfen werden, ohne in Panik zu verfallen. Waigel verwies darauf, dass die Deutschen schon zu D-Mark-Zeiten Währungsspekulationen entgegen getreten seien. ” Die Bundesbank hat in den 90er Jahren des vergangenen Jahrhunderts große Beträge zur Verfügung gestellt, um andere Währungen zu stützen – bis zu 100 Milliarden D-Mark. Damals wurde gehandelt und nicht öffentlich debattiert.”
Den Euro sieht Waigel auch nach dem Griechenland-Desaster nicht in Gefahr. Er stünde heute besser da als zu seinem Start. Eine Abschaffung des Euros sei keine Lösung. Waigel zu stern.de: “Ein kollektiver Rückfall in die nationalen Währungen wäre das Schlimmste, was passieren könnte – davon würde sich die deutsche Wirtschaft lange nicht erholen. Der Euro wird auch im nächsten Jahrzehnt bestehen.”
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Axel Vornbäumen
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Das gesamte Interview lesen Sie unter www.stern.de/waigel
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