Tag der Entscheidungen auf UN-Artenschutzkonferenz



Frankfurt / Doha (ots) – Rote Koralle: Ausverkauf des Mittelmeers
Zagros-Molch: Internethandel wird verboten
Tiger: Mangelhafter Kompromiss zum besseren Schutz

Als Skandal bewertet der WWF die Entscheidung der internationalen
UN-Artenschutzkonferenz, die bedrohte Rote Koralle nicht besser zu
schützen. In geheimer Abstimmung versagten die Vertragsstaaten dem
durch die USA und die EU gestellten Antrag die Zustimmung. Absicht
war es, alle Arten der Gattungen Corallium und Paracorallium in
Anhang II aufzunehmen. “Nachdem es die Staaten bereits abgelehnt
haben den Handel mit Blauflossentunfischen zu verbieten, ist dies
bereits der zweite Kniefall vor den Interesse der Fischereilobby. Es
findet ein Ausverkauf des Mittelmeeres statt”, sagt WWF-Experte
Volker Homes, der die Verhandlungen vor Ort verfolgt. Aufgrund der
starken kommerziellen Nutzung in den vergangenen 200 Jahren gibt es
heute im Mittelmeer fast nur noch kleine, nicht fortpflanzungsfähige
Kolonien der Roten Koralle. Auch die meisten Korallenbänke im
Westpazifik wurden kurz nach ihrer Entdeckung “leergeerntet”.
Korallen sind als Schmuck ebenso begehrt wie als Medizin

Erfolg dagegen für den Schutz von Amphibien: Der Zagros-Molch
(Neurergus kaiseri) aus dem Iran darf künftig nicht mehr an
Reptilien-Sammler im Ausland verkauft werden. Das entschieden die
Vertragsstaaten einstimmig. Von dem Molch, der wegen seines
einmaligen schwarz-weißen Musters bei den Sammlern sehr begehrt ist,
leben in freier Wildbahn nur noch weniger als 1000 Exemplare. Vor
allem durch den boomenden Handel im Internet wird die Art bedroht.

Die von der Europäischen Union eingebrachte Tiger-Resolution ist
auf der UN-Artenschutzkonferenz CITES in ihrer ursprünglichen Version
am Widerstand der Tigerverbreitungsstaaten gescheitert. Trotzdem
konnten sich die Verhandlungsdelegationen doch noch auf einen
Kompromissvorschlag einigen. Demnach soll die grenzübergreifende
Zusammenarbeit im Kampf gegen Wilderei und Schmuggel mit Tigern
verbessert werden. Außerdem wurde angekündigt, eine internationale
Tiger-Datenbank aufzubauen. WWF-Experte Volker Homes bewertet den
Kompromisslösung in einer ersten Stellungnahme mit den schlichten
Worten: “Besser als nichts!” Der WWF kritisiert, dass eine der
Hauptbedrohungen für den Tiger im Kompromiss nicht berücksichtigt
wird. So werden die Tiger-Farmen, in denen in Ost- und Südostasien
tausende Tiger gehalten werden, im finalen Resolutionsentwurf noch
nicht einmal mehr erwähnt werden. Das wäre aber nach WWF-Einschätzung
dringend notwendig gewesen, um den Schutz des Tigers langfristig zu
sichern. Es gibt immer wieder Bestrebungen von
Tigerfarm-Lobbygruppen, nationale Handelsverbote aufzuweichen.

Pressekontakt:
WWF World Wide Fund For Nature
Roland Gramling
Telefon: 069/ 79 144 216
E-Mail: Roland.Gramling@wwf.de  

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