Hamburg (ots) – Krzysztof Kotiuk, Kapitän des Containerfrachters
“Hansa Stavanger”, der 121 Tage lang in der Gewalt von Piraten war,
fordert Sicherheitsräume auf Schiffen. “Räume, die auch gegen den
Beschuss mit einer Panzerfaust sicher sind, in denen es Wasser und
Proviant gibt und Kommunikationseinrichtungen. In die könnte sich die
Crew flüchten und die Ankunft von Helfern abwarten”, sagte der
60-Jährige in der neuen, am Donnerstag erscheinenden Ausgabe des
Hamburger Magazins stern.
Erstmals redet der Kapitän im neuen stern ausführlich über die
viermonatige Entführung durch somalische Piraten. Er und die Crew
hätten immerzu unter Todesangst gelitten: “Ständig eine Kalaschnikow
am Kopf, während andere Piraten auf die Flugzeuge und Helikopter
schossen. Die Piraten feuerten auf dem Deck herum, wie sie lustig
waren.” Für die Besatzung sei die Zeit der Entführung der “totale
Stress” gewesen, sagte Kotiuk dem stern. Der Kapitän, der seit der
vergangenen Woche wieder bei seiner Frau in München ist, fürchtet,
dass ihn “die schrecklichen Bilder bis in die Träume verfolgen”
werden.
Kotiuk berichtet auch von immer nervöser werdenden Piraten, die
auf ein Verhandlungsergebnis mit der Hamburger Reederei “Leonhardt &
Blumberg” gewartet hätten. Bereits am 4. Mai hätten die Piraten 2,5
Millionen Dollar verlangt, worauf die Reederei zwei Monate lang zäh
verhandelt hätte. Am 3. August wurden schließlich 2,75 Millionen
Dollar Lösegeld für die “Hansa Stavanger” gezahlt. Kotiuk erneuerte
im stern seine Vorwürfe gegen die Reederei: “Ich hatte das Gefühl,
dass es denen nicht um uns ging, sondern nur um ihr Geld.” Er will
nun mit Hilfe eines Anwalts rechtliche Schritte gegen die Reederei
prüfen.
Pressekontakt:
stern-Mitarbeiter
Rupp Doinet
Telefon 089-24297776
Diese Vorabmeldung ist mit Quellenangabe zur Veröffentlichung frei.
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