Hamburg (ots) – Eines der ungewöhnlichsten Kleidungsstücke erlebt
sein Comeback: der Männerrock. Das behauptet der französische
Modeschöpfer Jean Paul Gaultier in einem Interview in der neuen, am
Donnerstag erscheinenden Ausgabe des Hamburger Magazins stern.
“Nackte Haut unterm Rock” verschaffe “ein Gefühl der Freiheit”, so
der 57-Jährige. Es sei “ein bisschen wie nackt baden”. Im stern
schaut Gaultier zurück auf seine Karriere, die er mit 18 als
Modezeichner bei Pierre Cardin begann und beinahe schnell wieder
endete: “Nach einigen Monaten setzte man mich vor die Tür, weil ich
erschöpft in Ferien gefahren war.” Später wurde er auf die
Philippinnen geschickt, um Diktatorengattin Imelda Marcos bei
Schuh-Anproben zu begleiten. “Ich durfte erleben, wie sie von einer
USA-Reise zurückkehrte: die Arme voller Pakete mit Schuhen, die sie
vielleicht einmal getragen hatte und die sie jetzt wie Almosen in die
Arme ihrer Bediensteten warf.”
Heute fehlen dem Designer, der stets für kunterbunte und manchmal
etwas verwegene Entwürfe bekannt war, die exzentrischen Charaktere in
der Modeszene: “Ich bin Leuten aus dem Marketing begegnet, die saßen
in der ersten Reihe vor dem Laufsteg und begriffen von den Kleidern
rein gar nichts. Aber sie wussten genau, welchem der Models sie es
gern mal besorgen würden”, sagte Gaultier dem stern. Nach 33 Jahren
als selbstständiger Unternehmer bedauert er die zunehmende
Vulgarisierung der Mode. Als Beispiel dafür nennt er
“Hollywood-Schauspielerinnen, Frauen mithin, die sich jedes Kleid der
Welt leisten können”, die “aber trotzdem die teuersten Couture-Roben
zugeschickt bekommen – und zwar umsonst”.
Pressekontakt:
stern-Redakteur
Oliver Creutz
Telefon 040-3703-7248
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