Hamburg (ots) – Im Fall des mit Listerien verseuchten Käses hat
Thilo Bode, Gründer der Verbraucherschutzorganisation Foodwatch,
seine Kritik an Lidl und den zuständigen deutschen Behörden
verschärft. “Die Verantwortlichen haben viel zu zögerlich reagiert”,
sagte Bode im Interview mit stern.de, der Online-Ausgabe des
Hamburger Magazins stenr. “Nach den ersten Meldungen aus Österreich
hätten Lidl und die Behörden Himmel und Hölle in Bewegung setzen
müssen, um die Verbraucher eindringlich zu warnen.” Das sei viel zu
spät geschehen. Es habe drei Wochen bis zu einer unmissverständlichen
Warnung in Deutschland gedauert, nachdem die österreichischen
Todesfälle bereits im Europäischen Behörden-Schnellwarnsystem
gemeldet waren. “Aus unserer Sicht haben die Beamten schlichtweg
geschlafen”, sagte Bode stern.de.
Sechs Menschen sind in Österreich und Deutschland nach dem Verzehr
des mit Listerien verseuchten Käses gestorben. Auch der Discounter
Lidl verkaufte zwei Käsesorten des österreichischen Herstellers. In
den vergangenen Tagen wurde bekannt, dass in Deutschland weitere
Menschen nach dem Verzehr des Käses erkrankt sind.
Der Foodwatch-Chef glaubt, dass erkrankte Verbraucher erfolgreich
gegen Lidl oder den Hersteller klagen könnten. “Ursache und Wirkung
sind in diesem Fall klar belegbar”, weil es sich bei den
Käse-Listerien um einen neuartigen Bakterienstamm handele, sagte Bode
zu stern.de. Lidl und die Behörden hätten viel schneller reagieren
müssen, weil der Käse wegen der Vermehrung der Listerien von Tag zu
Tag gefährlicher geworden sei.
Pressekontakt:
stern.de-Redakteur
Sönke Wiese
Telefon 040-3703-4260
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