Hamburg (ots) – Kurz vor dem Urteil gegen den Wettermoderator Jörg Kachelmann bekräftigt Prozessbeobachterin und Frauenrechtlerin Alice Schwarzer, dass sie den Angeklagten für schuldig hält. Sie teile “aufgrund meiner Eindrücke und Kenntnisse inzwischen die Einschätzung der Staatsanwaltschaft: Ich glaube heute der Ex-Freundin”, sagte Schwarzer dem Online-Magazin stern.de. Zu Beginn des Prozesses hielt sie Kachelmanns Schuld noch für “unwahrscheinlich”.
Kachelmann soll laut Anklage seine Ex-Freundin vergewaltigt haben. In dem Prozess am Mannheimer Landgericht wird nach 44 Verhandlungstagen am Dienstag das Urteil gesprochen. Die Frauenrechtlerin verteidigt in dem Interview mit stern.de ihr Eintreten für das mutmaßliche Opfer. “In Ländern wie Amerika und Frankreich ist es zum Beispiel im Zusammenhang mit dem Skandal um Strauss-Kahn selbstverständlich, dass Frauen gegen eine Berichterstattung auf Kosten der Opfer auf die Straße gehen. Dass in Deutschland so eine Friedhofsruhe herrscht, ist in der Tat ein Problem.” Schwarzer, die für die “Bild”-Zeitung vom Kachelmann-Prozess berichtet, sagt: “Ich verstehe, wenn eine Frau heute, nach der Erfahrung mit dem Kachelmann-Prozess, eine Vergewaltigung nicht mehr anzeigt.”
Sie werde jedenfalls nie wieder mit Jörg Kachelmann tanzen. In einer TV-Sendung hatten Schwarzer und der Wettermoderator vor einigen Jahren getanzt. Von Kachelmanns Verteidiger distanzierte sich die Journalistin im Gespräch mit stern.de besonders drastisch: “Ich würde mich schämen, wenn ein Anwalt wie Herr Schwenn mich verteidigen würde.”
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stern.de-Mitarbeiter
Malte Arnsperger
Telefon 089-92580383
Das gesamte Interview lesen Sie unter www.stern.de/schwarzer
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