München (ots) – Die Münchner Staatsanwaltschaft I. ermittelt gegen
zwei hochrangige Manager des Medienkonzerns Burda. Dies berichtet das
Branchenmagazin Kontakter in seiner am Montag erscheinenden Ausgabe.
Die Ermittlungen richten sich laut Kontakter gegen den
Vermarktungschef Andreas Schilling sowie gegen Helge-Jörg Volkenand,
bislang Verlagskoordinator des zu Burda gehörenden Vermarkters BCN.
Der Vorwurf lautet auf “Bestechung im geschäftlichen Verkehr”, wie
ein Sprecher der Staatsanwaltschaft dem Kontakter bestätigte.
Hintergrund der Ermittlungen sind Rückvergütungen an Mediaagenturen,
sogenannte Kickbacks. Medien gewähren den Mediaagenturen, die für die
werbungtreibende Industrie die Werbebuchungen in Zeitschriften,
TV-Sendern etc. tätigen, solche Kickbacks auf das gesamte
Buchungsvolumen. Während TV-Vermarkter dies in der Regel in Form von
sogenannten Freispots tun, fließt laut Kennern der Mediaszene bei dem
Verlagen meistens Cash. Diese Praxis gilt in der Verlagsbranche als
nicht ungewöhnlich. “Wir gehen mit absoluter Sicherheit davon aus,
dass unsere geschäftlichen Gepflogenheiten denen des Marktes
entsprechen und jederzeit einwandfrei waren”, erklärte ein
Burda-Sprecher gegenüber dem Kontakter. Dass sich die Ermittlungen
der Staatsanwaltschaft gegen die beiden genannten Manager richteten,
sei “ein völlig normales Prozedere, da nach deutschem Recht nur gegen
Personen ermittelt werden kann”.Der Burda Verlag hatte die
Ermittlungen bereits 2008 durch eine Selbstanzeige ausgelöst.
Die Praxis der Kickback-Zahlungen beschäftigt die Medienszene bereits
seit vielen Monaten. So ermittelt die Staatsanwaltschaft München in
einem Verfahren zu ähnlichen Geschäftspraktiken gegen den Vermarkter
SevenOne Media der ProSieben Sat.1-Gruppe sowie seit graumer Zeit
gegen den Sender RTL II.
Pressekontakt:
Der Kontakter
Thomas Nötting
Telefon: 089 / 2183-7045
thomas.noetting@wuv.de
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