Seeschifffahrt wächst 2008 nur noch um 1,8%



Wiesbaden (ots) – Im Jahr 2008 konnte die Seeschifffahrt die hohe
Wachstumsrate des Vorjahres nicht wieder erreichen. Nach vorläufigen
Angaben des Statistischen Bundesamtes (Destatis) erhöhte sich im Jahr
2008 der Seegüterumschlag in deutschen Häfen gegenüber dem Vorjahr um
1,8%. 2007 hatte die Zunahme noch 4,1% betragen. Absolut stellen die
insgesamt umgeschlagenen 320,6 Millionen Tonnen Güter aber ein neues
Rekordergebnis dar.

Im Jahresverlauf entwickelte sich der Seegüterumschlag bis zum
Oktober 2008 weitgehend positiv (lediglich im März war ein
geringfügiger Rückgang gegenüber dem Vorjahresmonat zu verzeichnen).
Mit negativen Werten im November (- 1,4%) und insbesondere im
Dezember (- 12,5%) war dann aber eine Abnahme in zwei
aufeinanderfolgenden Monaten festzustellen. Damit hat sich
offensichtlich die weltweite konjunkturelle Abschwächung auch auf den
Seeverkehr niedergeschlagen.

Der nur geringe Anstieg der Gesamtgütermenge zeigt sich auch in
den einzelnen Verkehrsbeziehungen. Am positivsten entwickelte sich
der Empfang aus dem Ausland, der mit 192,6 Millionen Tonnen (+ 2,3%)
weiterhin die wichtigste Transportrichtung darstellt. Für den
Dezember 2008 ist hier allerdings ein Rückgang von circa 11%
gegenüber Dezember 2007 festzustellen. Beim grenzüberschreitenden
Versand war der Rückgang im letzten Monat des vergangenen Jahres mit
einem Minus von über 16% noch stärker. Im ganzen Jahr 2008 ergab sich
für diese Verkehrsrelation nur noch ein geringer Zuwachs von 0,8%.

Die differenzierte Betrachtung nach Güterarten zeigt Zuwächse in
fast allen Abteilungen. Hervorzuheben ist dabei die positive
Entwicklung im Umschlag von Steinen und Erden. Während hier 2007 noch
eine leicht negative Wachstumsrate verzeichnet wurde, gab es im Jahr
2008 ein Plus von 8%. Bei den meisten Güterarten bewegten sich die
Wachstumsraten zwischen + 2% und + 4%. Rückgänge wurden hingegen bei
Mineralölerzeugnissen (- 1,5%) beziehungsweise Erzen und
Metallabfällen (- 2,0%) festgestellt.

Auch der Kombinierte Verkehr konnte die zweistelligen
Wachstumsraten der letzten Jahre nicht mehr erreichen. Mit circa 15,7
Millionen TEU (=Twenty-foot Equivalent Unit) wurde bei Containern ein
Zuwachs gegenüber dem Vorjahr von 2,6% erzielt. Im Vorjahr lag der
Zuwachs noch bei 10,6%. Ähnlich wie für den Seegüterumschlag
insgesamt musste auch der Containerverkehr im Dezember einen
zweistelligen Rückgang (- 11,3%) hinnehmen.

Der Index der Seefrachtraten in der Linienfahrt auf der Basis 2006
= 100, der die Preisentwicklung der von den deutschen Unternehmen für
Im- und Exporte in Anspruch genommenen Seeverkehrsleistungen in der
Linienfahrt aufzeigt, lag im Jahr 2008 – berechnet auf Euro-Basis –
um 3,9% unter dem Niveau des Jahres 2007. Dabei sind die Frachtraten
in der ausgehenden Linienfahrt (- 5,7%) im Vergleich zum Vorjahr
deutlich stärker gesunken als die in der einkommenden Linienfahrt
(- 2,4%). Während in der ersten Jahreshälfte 2008 im Vergleich zum
Vorjahr im Durchschnitt noch höhere Frachtraten erzielt wurden, kam
es ab Mitte des Jahres 2008 zu einem enormen Ratenverfall. Danach
lagen die Frachtraten im Dezember 2008 um 27,9% niedriger als im
Dezember 2007.
Bezogen auf die einzelnen Fahrtregionen kam es im Gesamtjahr 2008 zu
folgenden Entwicklungen: In der Europafahrt (+ 1,7%) und in der
Afrikafahrt (+ 7,6%) lagen die Frachtraten im Jahr 2008 höher als
2007. Dagegen sanken die Frachtraten in der Fahrtregion
Asien/Australien um 1,0% und in der Amerikafahrt sogar um 12,9%. Der
Wechselkurs des US-Dollars gegenüber dem Euro fiel im Durchschnitt
des Jahres 2008 im Vergleich zum Jahr 2007 um 6,5%.

Zwei zusätzliche Tabellen bietet die Online-Fassung dieser
Pressemitteilung unter www.destatis.de.

Weitere Auskünfte geben:
Zum Seegüterumschlag:
Manfred Crezelius,
Telefon: (0611) 75-2432,
E-Mail: seeschifffahrt@destatis.de

Zu Seefrachtraten:
Andreas Martin,
Telefon: (0611) 75-2629,
E-Mail: dienstleistungspreise@destatis.de

Rückfragen an obigen Ansprechpartner oder an:
Statistisches Bundesamt
Pressestelle
Telefon: (0611) 75-3444
E-Mail: presse@destatis.de  

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